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Bericht Brigitte 03.2010

Endbericht Brigitte. 9.3.2010

Meine Hauptmission bestand darin, die mir anvertrauten Spenden von Deutschland aus nach Kilifi ins Waisenhaus „Saidia kwa Moyo“ zu bringen und sinnvoll anzulegen.
Den Lehrern und Schülern der Turley – Mittelschule in Oelsnitz ist es zu danken, dass ich allein mit einem Scheck von 1044,90€ im Gepäck anreisen konnte.
Aber nicht nur Lehrer und Schüler auch viele Freunde, Bekannte und zum Teil mir fremde Menschen spendeten Geld, welches ich innerhalb der 3 Wochen für einen guten Zweck ausgeben wollte.

Petra und Helmut Müller, die nimmermüden Heimeltern, hatten natürlich eine Menge Vorstellungen und ihr Organisationsvermögen, ihre jahrelange Vertrautheit mit den kenianischen Verhältnissen machen alles viel leichter für mich.

So wurde von der Schulspende das neue Küchendach mit finanziert. Bereits wenige Tage nach meiner Ankunft gingen die Maurer ans Werk, um Estrich im gesamten Küchenhaus auszutragen. Ziegelsteine wurden antransportiert, um eine gemauerte Tischtennisplatte aus Beton zu errichten, m Innenraum brachten einige Palmen Leben ins Haus.
Im Küchentrakt fehlte außerdem eine gemauerte Ecke, um Küchengeräte usw. abstellen zu können. Hier kam ein Großteil des Geldes zum Einsatz.

Das Hauptprojekt war Petras Vision von einem eigenen Kindergarten im Haus. Räumlichkeiten sind vorhanden. Die komplette Einrichtung musste angefertigt werden.
Eine ausgebildete Kindergärtnerin muss eingestellt werden. Sie muss die Kinder zum Examen führen, d.h. sie muss nach einem Lehrplan unterrichten, der die Fächer Englisch, Lesen, Schreiben, Rechnen zum Inhalt hat.
Ein Schulbeginn hängt also von einem bestandenen Examen ab. Ganz anders als in Deutschland. Ein dreijähriger Kindergartenbesuch ist Voraussetzung.

Unser Heim beherbergt zurzeit 5 Kindergartenkinder. Die Kosten belaufen sich auf ca.
200,-€ pro Jahr, pro Kind. Somit müssen für 5 Kinder jährlich ca. 1000,-€ aufgebracht werden. Ein hauseigener Kindergarten könnte sich also rechnen.
Restplätze könnten von außerhalb aufgefüllt werden. (sozialschwache Kinder , geringere Kosten) Der Arbeitslohn wäre die einzige Ausgabe (Ca. 600,-€ pro Jahr)
Im April beginnt das Projekt zu leben, ca. 400,-€ kostet die gesamte Innenausstattung.
Eine öffentliche Stellenausschreibung brachte uns eine Menge Kindergärtnerinnenanwärter.

Als eine besondere Überraschung konnte ich für unsere Heimkinder eine afrikanische Gastdozentin gewinnen. Sie ist Lehrerin und arbeitet an der Südküste im Kolobus Trust.
Das ist eine einzigartige Aufzucht- und Pflegestation der vor dem Aussterben bedrohten Weißbartstummelaffen.
Sie unterrichtete die Kinder und was mir besonders gefiel, sie klärte die Kinder anschaulich und beeindruckend über den Reichtum der kenianischen Natur auf.

Meine Tätigkeit beschränkte sich aber nicht nur im Mitplanen und organisieren der Projekte, sondern ich versuchte auch täglich ein wenig von meiner Lehrtätigkeit einzubringen.
Bereits im Vorfeld hatte ich mir Lehreinheiten für das Fach Deutsch ausgearbeitet.
Meine 5 großen Mädchen standen auch in diesem Jahr an vielen Abenden parat, um Deutsch zu lernen, zu meiner großen Freude.
Die jüngsten konnte ich bei der Hausaufgabenerledigung unterstützen und wenn es möglich war, blieb am späten Nachmittag noch Gelegenheit zu Sport und Spiel. Dabei machte mir die Hitze besonders zu schaffen und viele meiner eigentlichen Vorhaben muss ich wohl bei meinem nächsten Keniaurlaub umsetzen.
Es blieb mir auch viel zu wenig Zeit, um den Mamas bei der Küchenarbeit zu helfen.
Das hätte ich schon deshalb öfters getan, um nicht aus der Übung zu kommen.

Zusammenfassend waren die viel zu kurzen Wochen sehr beeindruckend, interessant und arbeitsreich für mich.

Meine Mission wurde erfüllt, ich konnte sehen, wo jeder Spendeneuro hinging und es gab immer wieder Gelegenheiten bei denen die Kinder ihre große Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck brachten.
Und das nicht nur, wenn es um die zusätzlichen Obsteinkäufe oder Dinge ihres pers. Bedarfs ging.

Ich wünsche vor allem Petra und Helmut viel, viel Kraft und Durchhaltevermögen für die kommenden Jahre. Sie tragen die Verantwortung für 30 Kinder und das Personal.
Eine Verantwortung wie sie wohl kaum ein Außenstehender einschätzen kann.

Viele Grüße Brigitte

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