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Anjas Abschlußbericht
Hallo liebe
Mitglieder und Patinnen,
man ging die Zeit wie im Flug vorbei. Ich kann es eigentlich gar nicht glauben,
dass die 3 Monate so schnell rum gehen. Und vor allem waren ja nur 2 Monate
geplant, aber Petra und Helmut nahmen mich sehr großzügig auf und gaben mir die
Chance noch einen Monat länger zu machen.
Ich bin ja aus einen bestimmten Grund nach Afrika. Denn meine Diplomarbeit
steht vor der Tür und ich beschäftige mich mit dem Thema: „HIV und AIDS
Aufklärung mit der Methode Spiel in Afrika“. Ich entwickelte ein kleines
Konzept in Deutschland und stieg voller Panik ins Flugzeug ein. Nicht nur wegen
der Durchführung des Projektes und wie die Kinder es aufnehmen und wie offen
sie über diesen Thema reden können, sondern auch das ich eine ganz andere
Kultur rein komme. Ich hatte Angst, dass die kulturellen Unterschiede so groß sind
und dass ich mich in meinem entwickelten Konzept verliere. Es gibt einige
Unterschiede, wo sich fast jeder Deutsche an den Kopf greift. Aber gleichzeitig
wird auch hier gezeigt, dass wir in einer extrem strukturierten Welt in
Deutschland leben. Hier sieht man z.B. dass sich jeder grüßt, große Gastfreundlichkeit,
es wird an den heutigen Tag gedacht und nicht schon an morgen. Wir Volontäre
sagen auch schon immer: „Hier ist alles anders!“. Es fängt beim Mond an, der
mal da ist und dann wieder nicht bis hin, dass ein Mann mehrere Frauen heiraten
kann.
Aber ich muss sagen, mir gefällt, dass Land sehr gut und von den Kinder, Mamas
und Staffs wurde ich gut aufgenommen. Auch wenn ich am Flughafen auf mich
warten lasse habe (3 Stunden Verspätung und dann schöööönnnn Zeit gelassen bei
den Visa).
Ich bin sehr froh hier her gekommen zu sein und so herzlich empfangen zu
werden. Ich stieg aus dem Bus mit voller Euphorie und gleichzeitig Angst aus.
Und dann kamen auch schon die ersten Kinder angerannt und begrüßten mich. An
die ersten Tage kann ich mich kaum noch erinnern, weil es einfach zu viele
Eindrücke waren, die mich überwältigt hatten. Ich brauchte auch fast eine ganze
Woche, um zu realisieren das ich in Afrika bin. Manchmal kapiere ich es immer
noch nicht. Erst wenn ich in Richtig Stadt fahre, aber hier im Waisenhaus eher
selten. Für mich haben die Kinder auch keine andere Hautfarbe mehr, ich sehe
nur noch die einzelnen Kennzeichen wie Narbe. Es ist schon eine echte und einmalige
Erfahrung, auch wenn sie nicht immer die Besten waren, missen will ich sie trotzdem
nicht. Denn nur so, kann man daraus lernen und wachsen.
Ich werde auch ganz doll die Spaziergänge vermissen mit denKindern. Ich weiß
noch meinen ersten Spaziergang zur Schule. Ich ging mit Leon, hinten, Hand in
Hand und er erzählte mir, was das für eine Frucht ist, wann der Mais fertig ist
zum Ernten. Er zeigte mir ein Stück weit Afrika mit den exotischen Bäumen und
seinen Früchtchen. Diesen Spaziergang werde ich wohl auch nicht vergessen.
Natürlich war noch ein weiteres Highlight: mein Projekt „WELOVE TO LOVE“. Ich
hatte richtig viel Angst, denn ich wusste nicht genau, wie Kinder auf dieses
Thema reagieren. Die meisten Kinder stecken ja nun in Pubertät und interessieren
sich für ihren Körper und natürlich auch für das andere Geschlecht. So stellte
ich kurzer Hand mein Projekt um. Jetzt ging es um: „Liebe, erster Freund,
Sexualität und HIV“. Ich hatte keine Angst vor den Mädchen, denn ich hatte
schon geahnt, dass dann schöne Mädchen-Gespräche entstehen. Aber die großen
Jungs haben bei mir Panik ausgelöst. Ich hatte solche Angst, dass sie darüber nicht
offen reden können und das es schwierig wird, mit ihnen das durch zuführen.
Aber ich wurde eines besseren belehrt. Wir hatten solchen einen Spaß und
redeten ohne Hemmungen über Liebe, Kondom Gebrauch und HIV. Ich war so froh und
erleichtert und ich bin auch ganz stolz auf die großen Jungs, dass sie mir auch
eine Chance gegeben hatten. Das Projekt lief richtig gut und ich hoffe, den
Kindern hat es auch gut gefallen.
Hier in Kenia erlebte ich auch meinen Geburtstag. Es war ein Highlight für
mich, denn dies erlebt man auch nicht so oft. Wir haben Kuchen gebacken und
leider hatten wir keine Waage. Aber wir brauchten eine Waage für das Mehl.
Daher nahmen wir eine Personenwaage und versuchten unser Glück. Und es klappt,
denn der Kuchen war richtig lecker. Am Abend sangen und tanzten die Kinder für
mich. Es ist so ein merkwürdiges Gefühl, wenn man vorne am Tisch steht und sie
dann dein Alter zählen. Ich hatte es richtig genossen.
Jedoch ist die Zeit nun vorbei in Kenia. Ich habe viel Eindrücke gesammelt und
werde mit schweren Herzens nach Hause fliegen. Ich werde sehr oft an die Kinder
denken, wenn sie ankommten und mich einfach nur so in den Arm nahmen. Aus Spiel
fand auch eine Hochzeit statt und nun bin ich mit klein Kelvin verheiratet. Es
war einfach sehr witzig. An diese Augenblicke werde ich oft denken und
vermissen.
ASANT SANA
an Petra, Helmut, die Kinder, Mamas und die Staffs. Es war einfach unglaublich und
ich hoffe ich konnte euch zeigen, dass es wunderschön ist in Kenia.
Liebe Grüße eure Mufubhi(Anja)
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